Krinning / Oberneureuth |
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Als die Grundherren, bald auch als bischöfliche
Lehensträger, traten die Klosterfrauen von Niedernburg in unserem Gebiet
besonders im nördlichen und östlichen Teil in Erscheinung, so in
Raßreuth, Kramersdorf, Penzenstadl, Sickling, Krinning und auf dem
darüber befindlichen Höhenzug mit Frauenwald, Geiersberg, Oberneureuth.
Vielfach, so auch in Ruhmannsdorf und Kollersberg wurden sie durch die
Bischöfe erst nach Verzicht oder Absterben adeliger Lehensträger, so der
Edlen von Pernstein (Bärnstein) bzw. der Herren von Harheim mit deren
Gütern belehnt. (Lehe = Leihgut)
Unser Gebiet unterstand bis Ende des 16. Jahrhunderts dem Pfleggericht Freudensee, dann dem Landgericht Oberhaus, ab 1786 dem Pflegeamt Thyrnau, ab 1806 dem kgl. bayer. Landgericht Wegscheid. Bemerkenswert ist auch, dass die Pfarrei Hauzenberg - so an der Grenzlinie der Gemeinde Oberneureuth - zugleich ans "Ausland" grenzte, nämlich an das Ranariedelsche Gebiet. Es folgt ein Überblick über historische Daten, die sich auf die Orte der Pfarrei beziehen - mit Ausnahme des Hauptortes Hauzenberg. 1262 verzichten die Brüder Albert und Reichker von Bärnstein zu Gunsten des Bischofs Otto auf folgende Lehen, die der Bischof sodann an Heinrich von Hartheim und 1264 an die Klosterfrauen von Niedernburg gab: 9 Güter in Rudmarstorf (Ruhmannsdorf), 8 Güter in Chalchosperg (Kollersberg), 4 Güter in der Öde bei Pentzenstadel, 2 Güter in Chrinninge, den Hof und die Mühle in der Öde. Gleichzeitig werden diese Dörfer der Gerichtsbarkeit des Klosters unterstellt, mit Ausnahme der schweren Verbrechen. 1469 Hainrich Zenner verkauft an Jorig Watzmannsdorffer zu Lewprechting mehrere Wälder, Zehnten, Vogteihabergülten und Güter, so den Wald bei Newreut zwischen Forstwald und Dorfwald, anstoßend an den Schaurperger Wald, und ein Drittel des Türhamer Waldes, beide Hawtzenberger Pfarr; ferner Zehnten von allen Gütern zu Obern Newrewt, 2 Höfen zu Nidern Newrewt und zur Kreyenning; den Gülten zu Obern Newrewt. 1553 (Nach dem Tode des Watzmannsdorffers!) Gotthart Herr zu Scherfftenberg als Ehevogt seiner Frau Elsbeth, geb. v. Losenstein, erhält vom Bischof folgende Güter verliehen: 4 zu Glotzing (Anngerer, Weber, Schramm, Pöschl), das halbe Dorf Oberneureuth, Zehnt in Niedern Neureuth, ein Drittel Gut in Thuerhamb, 1 Zehnt in Khrining. Von Interesse dürften auch die einstigen Hofbesitzer in der Pfarrei sein, die zu jährl. Abgaben an den Pfarrherrn verpflichtet waren. Ihre Namen und ihr Abgabesoll stehen in den amtlichen genehmigten Sammellisten von 1791 für Pfarrer und Schulmeister und im Pfarrurbar von 1634. Ihre Namen sind hier wiedergegeben. Obernoereith: a) Stephan Rauscher - Hanns Stainprecher - Paulus Wändl
- Simon Rauscher - Andre Gramanstarffer - Hanns Veith - Walthauser Wolf -
Hanns Hayden - Hanns Rauscher- Georg Hayden; Krinning: a) Simon Graff - Steffan Graff - Philipp Fürst - Jos. Andre - Nikolaus Königdeter; b) Franz Ritzer - Franz Hirsch - Jakob Fürst - Jos. Penzenstadler - Michl Heindl.
Geschichte der Schule Krinning Ähnlich wie den Bewohnern von Germannsdorf und Umgebung war es auch den Bewohnern der Gemeinde Oberneureuth unmöglich, ihre Kinder in die Schule Hauzenberg zu schicken, besonders im Winter. Es lag also die Errichtung von "Winkelschulen" nahe, bzw. unter bayerischer Herrschaft den Bau ortseigener Schulen. Dass schon im 18. Jahrhundert zu Ruhmannsberg eine private Schule bestand und auch von Kindern aus Penzenstadel, Sickling, Krinning, Wehrberg, Kinatöd, sogar von Kramersdorf besucht wurden. Zu Beginn des 19. Jahrhundert war auch in Sonnen eine Schule aufgemacht worden und in Oberneureuth hielt noch zu Beginn der 30er Jahre eine gewisse Kathi Steindl Schule. Die Tradition besagt, dass man sie oft auf einen Esel reitend in der Landschaft antraf und dass sie als Hexe verschrien war. Um 1830 bestand bereits eine anerkannte Schule in Sonnen, welcher die Kinder von Krinning, Niederneureuth, Siglmühle und Thierham zugewiesen wurden, während die Kinder von Sickling, Penzenstadl, Wehrberg und Kinatöd an die ebenfalls anerkannte Schule in Ruhmannsdorf verwiesen wurden. Mit Energie erstrebt nun auch die große Gemeinde Oberneureuth eine eigene, zentral gelegene Schule und so kam es 1832 zum Bau des Schulhauses Krinning. 1833 scheint hier der ordnungsgemäß Lehrbetrieb aufgenommen worden zu sein. Die Schülerzahl beträgt 1846, 102 Schüler, an entschuldbaren Versäumnissen werden 3051, an unentschuldbaren 1514 verzeichnet. (Angegebene Gründe: Sturm, Regen, Schnee u.a.). Wesentlich günstiger scheint das Jahr 1847 verlaufen zu sein, falls die Zahl der Versäumnisse als Spiegelbild der Witterung aufgefaßt werden darf. 1848 wird ein Stockwerk aufgesetzt und die Wasserleitung angelegt. Schülerzahl 1855, 120. Der Schulsprengel 1865 - 1871 umfaßt nun Geiersberg, Haidensäg, Kinatöd, Krinning, Niederneureuth, Penzenstadl, Schauberg, Schneideröd, Sickling, Siglmühle, Thierham, Wehrberg. Als bald darauf eine neue Schule in Kleinrathberg entstand, wurde das Thierhamer Gebiet abgetrennt. 1885 wurde ein neuer Lehrsaal bezogen. Um 1900 wurde die Frage einer zweiten Lehrstelle dringlich. 1905 kam es zum Bau eines weiteren Lehrsaales. Auch heute noch besteht die Grundschule Krinning/Raßreuth
Geschichte der Kirche Krinning Noch weiter als Wolkar sind Krinning und die umliegenden Ortschaften von der Pfarrkirche entfernt (7 km nördlich). Schon seit dem Jahre 1832 steht dort ein Schulhaus, das wiederholt vergrößert wurde. Zur Schulmesse mußten die Kinder in die etwa 1 km entfernte Siglmühle gehen. So wurde der Wunsch nach einer Schulkapelle immer dringender. Trotz der fortschreitenden Motorisierung sehnte sich die Bevölkerung auch nach der Möglichkeit eines Sonntagsgottesdienstes. Dies ging endlich durch den Bau der Filialkirche Krinning in Erfüllung. Sie wurde in den Jahren 1961/62 nach den Plänen von Diözesanbaumeister Hornsteiner, Passau errichtet. Der Patron der Kirche ist der Hl. Gunther, der Apostel des Bayerwaldes. Die drei Figuren (Jesus der Gekreuzigte, St. Maria und St. Gunther) wurden von Bildhauer Fritz Schuster, Grainet angefertigt. Die Benediktion der Kirche vollzog Bischof Antonius, damals noch Bischof Koadjutor in Passau
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